Leipheim (hog) - Am Freitag, den 05. März 2010 gastierten auf Einladung der Country & Western Friends Kötz Laurie Lewis und Tom Rozum aus Kalifornien im Saal im Hotel zur Post in Leipheim. Die zahlreich erschienenen Besucher waren aus etlichen Teilen Süddeutschlands nach Leipheim gekommen, um dieses hochkarätige Duo aus dem Westcoast-Bluegrass live erleben zu können. Die virtuos vorgetragene Musik fand regen Zuspruch.
Der Bluegrass entstand 1946 in Kentucky, hat sich Dank Laurie Lewis vor Jahrzehnten bis Kalifornien ausgebreitet und findet offensichtlich auch in Europa mehr und mehr Beachtung. Er ist wesentlich jünger als der Jazz, kann mithin nicht auf eine so reichhaltige Geschichte in Deutschland zurückblicken wie jene amerikanische Musikform aus New Orleans, die schon in der Zeit der Hitlerei als Gegenbewegung Fuß fassen konnte. Inzwischen hat der an Improvisationen ebenso reichhaltige Bluegrass aber gewaltig aufgeholt und erfreut sich angesichts zahlreicher junger Bands zunehmender Beliebtheit. Das durfte in Leipheim auch die 59-jährige Laurie Lewis erfahren, die als „Mutter“ aller progressiven Bluegrass Sängerinnen gilt und die mit ihrer Band Grant Street schon vor fast 20 Jahren erstmals bei den Kötzer Country Friends aufgetreten war. Damals wie heute an ihrer Seite Tom Rozum, der von Mandola und Mandoline auf die akustische Gitarre wechselte, während Laurie Lewis sich als erstklassige Fiddlerin und Gitarristin erwies.
Nach all den Jahren können diese beiden Künstler aus Erfahrung singen, dass die guten alten Zeiten, von denen wir gerne träumen, die wir aber nicht erlebt haben, oft gar nicht so gut waren, man denke an die Weltwirtschaftskrise um 1930. Laurie Lewis entlarvt die Nostalgie als häufige Lüge. Auf ihrer neuen CD „Blossoms“ singt sie über die Vergebung, eine wichtige Kunst im erfolgreichen und glücklichen Zusammenleben der Menschen, wie sie betont. Herrlich auch ihr Lied über die Eltern von Bill Monroe, dem Begründer der Bluegrass Musik. J.B. Monroe war der Sohn reicher Eltern, Melissa Vandiver die Tochter armer Pachtfarmer. Da sie ihm gefiel und zudem die Fiddle spielte, heiratete er sie gegen den Widerstand seiner Eltern und Bill war ihr achtes und letztes Kind, gut, dass sie so lange durchgehalten haben und nicht verfrüht aufgaben, in jeder Hinsicht, meinte Laurie Lewis mit einem Augenzwinkern. Mit einer herrlichem Melodie versehen war „Tramps And Hawkers“ bzw. „The Rose Of The San Joaquin“, das ursprünglich von Jim Ringer stammt. Das San Joaquin Valley ist ein fruchtbares Tal in Kalifornien, wo Obst und Gemüse gedeihen und auch das Country Music Zentrum Bakersfield belegen ist. Schön, wie Laurie Lewis mit „Going To The West“ die Zusammenhänge wahrte, einem alten Folksong aus Alabama, der von Peggy und Mike Seeger (New Lost City Ramblers) bekannt gemacht wurde. Die Schönheit älterer Songs zeigten die Künstler auch bei „My Dixie Darling“ von der Carter Family auf, und auch Jimmie Rodgers kam als Autor vor. In Irland hat „Singing Bird“ seinen Ursprung, David Olney oder die Louvin Brothers waren gerne genommene Quellen für die Musik dieses feinen Duos.
Schließlich sang Laurie Lewis in „Val’s Cabin“ über ihre Sommerferien und in „Alaska“ über den zu Ende gehenden Sommer. Die Künstler wechselten die Instrumente und sorgten hierdurch für Abwechslung. Bei „Who Will Watch The Homeplace“ durfte das Publikum mitsingen, Laurie und Tom mischten sich auch unter die Leute und zeigten, wie schön akustische Musik und ihr Gesang ohne Anlage klingen kann. Alle Gäste lauschten gebannt bis zum Schluss und freuen sich schon auf Sonntag, den 21. März, wenn ab 14 Uhr Americana-Sänger Allan Frank im Kulturgewächshaus Birkenried bei den Country & Western Friends Kötz gastiert. (Friedrich Hog)
LANGENAU - (hog) In der sehr gut besuchten Holzwerkstatt
Langenau haben der in Nashville, Tennessee lebende John Francis und der in Ulm
beheimatete Mandy Strobel gemeinsam das Publikum zu Begeisterungsstürmen
hingerissen. Sie haben alle Erwartungen übertroffen und ihr Thema „Johnny Cash
In The Round“ sehr gut mit Auszeichnung bearbeitet. Insbesondere die Tatsache,
dass die beiden Ausnahmekünstler sich erst 20 Minuten vor ihrem gemeinsamen
Auftritt erstmals kennengelernt hatten, unterstreicht den sensationellen Erfolg
des Duos.
Am Valentinstag, den 14. Februar 2010,
war die Holzwerkstatt in Langenau gegen 17 Uhr mit erwartungsfreudigen
Zuschauern gefüllt. Die Country & Western Friends Kötz hatten zu „Johnny
Cash In The Round“ eingeladen und John Francis und Mandy Strobel gebeten,
gemeinsam mit nur je einem Werkzeug in der Hand, der jeweiligen akustischen
Gitarre, den Spirit von Johnny Cash auf die Bühne zu zaubern. Die Künstler
haben unterschiedlichen Bezug zu Cash, Mandy Strobel ist mit einer Baritonstimme
ausgestattet, die jener von Johnny Cash verflixt nahe kommt, und er hat 2005 im
Sun Studio in Memphis, Tennessee seine CD „The Way I Feel“ aufgenommen, dort wo
The Man In Black in den 50er Jahren „I Walk The Line“ und seine weiteren frühen
Aufnahmen eingespielt hat. Am Todestag von Johnny Cash war Mandy Strobel rein
zufällig in Hendersonville, Tennessee, wo Cash lebte und so konnte er an dessen
Beisetzung in den Memorial Gardens in Hendersonville persönlich teilnehmen.
John Francis, geboren in New York, aufgewachsen im ländlichen Pennsylvania und
in die Musikszene durch einen langen Aufenthalt in Philadelphia
hineingewachsen, lebt jetzt in Nashville, Tennessee und ist eng mit John Carter
Cash befreundet, dem einzigen Sohn von Johnny Cash und June Carter-Cash. Die
beiden verstehen sich blind, daher gingen sie gemeinsam in das abgelegene
Blockhaus von John Carter-Cash, in dem sie Songs schreiben und sie gingen
gemeinsam in das von John Carter-Cash auf seinem Gelände betriebene Cash Cabin
Studio, in welchem Johnny Cash und Rick Rubin einen Großteil der American
Recordings aufgenommen haben. Dort entstand die künftige CD von John Francis,
die von John Carter-Cash produziert wurde.
Mit diesen Hintergründen waren die beiden Künstler
prädestiniert, Johnny Cash In The Round auf die Bühne zu bringen. Bei solchen
Rounds wechseln sich die Künstler untereinander nach jedem Lied ab und
begleiten sich nach Möglichkeit gegenseitig. Mandy machte den Anfang mit „Wings
In The Morning“, bewundert vom ob seiner Authentizität staunenden John Francis.
Dieser antwortete adäquat und rasch wurde klar, dass sich die beiden Künstler
ohne Einschränkung verstanden und mit riesiger Freude im Geiste von Johnny Cash
dessen und jeweils eigene Lieder spielten. Mandy trug von seiner nächsten CD
„Apple Pickin‘ Time“ vor, ein eigenes Lied ganz im Stil von Johnny Cash. John
Francis sang von seiner künftigen CD „Johnny Cash On The Radio“ und beschrieb
sein Gefühl im Cash Cabin Studio so, als wäre man im Hause eines griechischen
Gottes zu Gast. Laura Cash, die Ehefrau von John Carter-Cash, bediente im
Studio bei John Francis übrigens die Fiddle. Mandy widmete seiner Frau zum
Valentinstag „From Then Till Now“, das er ebenfalls für seine nächste CD
vorbereitet hat. Bei „Give My Love To Rose“ sangen die Künstler spontan
gemeinsam und ergänzten sich auf Anhieb so genial, dass alle nur noch staunen
konnten. „The Evening Train“ war die passende Antwort von Mandy, gesungen, wie
es Johnny Cash zu seinen besten Tagen nicht besser hätte tun können. Auch John
Francis erwies sich mit seiner Tenorstimme als ausgezeichneter Sänger, der von
Herzen und mit vollem Herzblut singen kann, seine Eigenkomposition „Trouble In
These Times“ beschreibt in der Art von Johnny Cash die aktuellen Missstände in
der Welt. Mandy hielt mit einem der schönsten Lieder von Johnny Cash dagegen,
„I Still Miss Someone“. Sodann widmete John Francis „Nashville Heartbreak“ all
jenen, die mit Cowboyhut und vielleicht kleinem Knacks im Herz gekommen waren.
Mandy sang hiernach seine erst seit zwei Wochen fertiggestellte Komposition
„Where The Strong Wind Blows“. „Folsom Prison Blues“ sangen sie gemeinsam und
entließen das Publikum in eine 20-minütige Pause.
Mit der Johnny-Cash-Komposition „Tennessee Flat Top Box“
startete Mandy in die zweite Runde. John berichtete, dass sein Großvater
Halbindianer war und seine weiteren Vorfahren aus Irland stammten. Daher
interessiert er sich sehr für das Schicksal der Native People und meint, auch
wenn Du den Träumer zerstörst, den Traum kannst Du nicht zerstören. Obwohl die
Weißen die Indianer vernichten wollten, ist es ihnen nicht gelungen, der Spirit
lebt in ihnen weiter, „Kill The Dreamer“ hieß das wunderbare Lied. June Carter
war aus den Clinch Mountains von Virginia gekommen, in der Kirche, in der sie
einst in jungen Jahren gesungen hatte, ließ sich John Francis zu dem
Gospel-Stück „Mighty Power“ inspirieren, dem er „Who“ folgen ließ. Mandy sang
„Goin‘ By The Book“ von Johnny Cash und John setzte mit einer Eigenkomposition
fort, die er als Duett für sich und Loretta Lynn geschrieben hat, „Honey, They
Don’t Make Men Like Me Anymore“. Da John Carter-Cash derzeit die neue CD von
Loretta Lynn produziert, könnte die Idee von John Francis, das Lied mit der
Country Music Legende gemeinsam aufzunehmen, bald schon Wirklichkeit werden.
Zwischen den einzelnen Liedern erzählten die Künstler
kleine Anekdoten und näherten sich einander spürbar an. Mandy brachte seinen
Klassiker „The Last Hank“ und die gegenseitige Bewunderung unter den beiden
Künstlern wuchs von Song zu Song. Das Publikum spürte diese Verbindung und gab
durch riesigen Beifall die Begeisterung auf die Bühne zurück. Gerne berichtete
John Francis von John Carters Blockhaus im unzugänglichen Wald, ohne Strom und
fließend Wasser, wo sie gemeinsam Angeln gehen und Songs schreiben. Als John
Carter dort einmal zu John Francis sagte „No One Gets Out Of Here Alive“ wurde
rasch deutlich, dass es um die letzten Worte von Johnny Cash zu seinem Sohn
ging, die insbesondere in den beiden letzten Strophen des Liedes verarbeitet
sind, John Francis trug es in dieser absoluten Sternstunde vor und er hat es im
Duett mit John Carter-Cash für dessen nächste CD bereits aufgenommen. „Bald ist
alles vorbei, aber niemand kommt hier lebend weg, lass Liebe in Deinem Leben
und Deinen Liedern die bestimmende Kraft sein“, dies ein Ausschnitt aus jenem
Lied, das gegen 20 Uhr den Endspurt einleitete. Das Publikum war aufmerksam und
freute sich über Mandy’s persönliche Äußerungen über seine Großmutter, die nach
dem zweiten Weltkrieg in Ulm auf der Linie 13 eine Straßenbahn gefahren hatte
und dort seinen einarmigen Großvater kennengelernt hat, „Street Car Lady“. Zu
den eifrig erklatschten Zugaben gehörte auch eines der beliebtesten Lieder der
Musikgeschichte, Johnny Cash’s Nummer 1 Hit „Ring Of Fire“, den June Carter und
Merle Kilgore geschrieben hatten.
Nach dem Konzert waren Mandy Strobel und John Francis
gemeinsam bei Radio free FM in Ulm zu Gast und haben zwei Stunden ihre
Lieblingsmusik aufgelegt und live gespielt, am Dienstag, den 16. Februar wird
die Sendung bei www.countrymusic24.comab 17.30 Uhr wiederholt. John Francis hat noch Auftritte u.a. in Hamburg und
der Schweiz geplant und möchte im Oktober diesen Jahres wiederkommen, www.johnfrancismusic.com informiert
über die Daten. (Friedrich Hog)
Tempting as it may be, don't just judge Gurf Morlix by the company he keeps, even if it does provide a fine starting point: eminent musical artists like Lucinda Williams, Ray Wylie Hubbard, Warren Zevon, Ian McLagan, Patty Griffin, Robert Earl Keen, Michael Penn, Buddy Miller, Mary Gauthier, Tom Russell, Jim Lauderdale and Slaid Cleaves, to name but a few.>>>>>>>>>
Virtuos gespielte Old Time Music mit Hippie Feeling
Großkötz – hog Vor gut besetzten Saal in der Sportgaststätte Großkötz trat das Duo Still On The Hill am Samstag, den 09. Mai 2009 bei den COUNTRY & WESTERN FRIENDS KÖTZ auf. In Zusammenarbeit mit dem FÖRDERVEREIN MUSIKDORF KÖTZ gaben Still On The Hill am Nachmittag in der Alois-Kober-Volksschule zunächst interessierten Kindern und Erwachsenen Einblicke in ihr musikalisches Können. Am Abend zeigten sie dann verschiedenste Charaktere aus ihren heimatlichen Ozark Mountains auf, sechs Autostunden südlich von Memphis gelegen.
Still On The Hill spielen Musik in der Tradition der Ozark Mountains, die ähnlich der Schwäbischen Alb ca. 800 Meter Höhe erreichen. Kelly Mulhollan stammt aus Arkansas und kehrte nach einigen Aufenthalten in anderen Gegenden der USA gerne wieder in die dortigen Ozarks zurück. Donna Stjerna wurde in San Francisco geboren, wuchs dort eng verbunden mit der Hippie-Kultur der 60-er Jahre auf, und lebt seit nunmehr 30 Jahren in den Ozarks. Nachdem die beiden Künstler sich vor 14 Jahren getroffen hatten, blieben sie privat und musikalisch zusammen.
Sie verbinden die Traditionen der Old Time Music mit einer Weltoffenheit, wie man sie wohl nur in San Francisco findet. Bei ihren Auftritten suchen sie Kontakt zum Publikum, stets auf der Suche nach Menschen, die ein besonderes Talent oder Engagement vom Durchschnittsmenschen abhebt. Dabei wurden sie in den Bergen von Arkansas, den Ozark Mountains, so häufig fündig, dass inzwischen eine ganze CD entstanden ist, „Ozarks A Celebration In Song“. Da es der Erhaltung kulturellen Erbes dient, wurde das Projekt vom Staat Arkansas finanziert. Profitieren konnten die zahlreich nach Kötz gekommenen Musikfreunde, die offensichtlich mit großem Vergnügen den engagiert dargebrachten Geschichten lauschten, die sich u.a. um Instrumentenbauer drehten. Donna Stjerna spielte die Fiddle, Kelly Mulhollan wechselte von Gitarre über Mandoline bis zum Clawhammer Banjo und spielte auch Mundharmonika. Der Duettgesang der beiden Künstler hatte etwas magisches an sich, man konnte gar nicht anders, als gespannt zuzuhören. Eine Geschichte ging zum Beispiel auf die Tatsache ein, dass Menschen immer schon die Geige als Instrument des Teufels angesehen hatten. Das Rezept hiergegen funktioniert so, dass man die Rassel einer Klapperschlange in der Geige befestigt, das soll den Teufel vertreiben. Zum Muttertag sangen Still On The Hill ihren „Song For Moms“. „Move It On Over“ kam von Hank Williams, Donna spielte früher viel Musik von ihm und auch von Bob Wills, dem King of Western Swing. Auch „Colours“ von Donovan war zu hören, was die große Bandbreite der in sich doch absolut stimmigen Musik aufzeigt. „Beautiful Butterfly“ thematisiert eine junge Frau, Julia Hills, die von den Ozarks nach Kalifornien ging, wo sie 738 Tage lang in 60 m Höhe auf einem 600 Jahre alten Redwood Tree, also einem Küstenmammutbaum lebte. Um der Abholzung dieser grünen Lunge der Erde entgegenzuwirken, betrat sie in der kompletten Zeit niemals den Erdboden. Trotz Anfeindungen der Holzindustrie, die Firma Pacific Lumber hatte sogar mit Hubschraubern versucht, sie von ihrer Plattform herunterzufegen, hielt sie durch, gelangte auf die Titelseiten sämtlicher Zeitungen und rettete einerseits drei Morgen der wertvollen Bäume vor dem Abholzen, lenkte andererseits auch das Bewusstsein der Menschen auf die Notwendigkeit der Erhaltung einer intakten Umwelt, was im konkreten Fall dazu führte, dass Waren aus Holz von Mammutbäumen seither nicht mehr gekauft werden. In „Scarecrow“ beschrieben Still On The Hill den Kampf gewachsener musikalischer Tradition mit den Anforderungen der modernen, kommerzorientierten Zeit und „These Two Arms“ war ein zärtliches Liebeslied.
So entließen Still On The Hill ein glückliches Publikum, das sichtlich beeindruckt war von der Lebendigkeit, Virtuosität und Frische dieser beiden Künstler, die authentische Musik auf höchstem Niveau darboten. Am Sonntag, den 17. Mai gastiert The White Mountain Bluegrass Band bei den Country Friends Kötz. Ab 18 Uhr ist dieses Sextett aus New Hampshire im Weißen Rössle Günzburg-Leinheim mit feinster authentischer Bluegrass Music zu erleben. (Friedrich Hog)
Leipheim (hog) - Vor voll besetztem Saal triumphierten Valerie Smith & Liberty Pike featuring Becky Buller bei der Country Christmas im Schützenhaus Leipheim. Die Bluegrass Band aus dem sonnigen Tennessee traf im winterlich verschneiten Schwaben auf authentische bayrisch-schwäbische Volksmusik. weiter lesen.....>>>>>>>
Internationale Verbindung erweist sich als tragfähige musikalische Partnerschaft
Großkötz – hog Die junge Sängerin Tabea Anderfuhren aus der Schweiz und der bekannte Fiddler Aaron Till aus den USA waren am Samstag, den 29. November im Rahmen ihrer einmonatigen gemeinsamen Europatournee zu Gast in Großkötz. In der dortigen Sportgaststätte sangen und spielten sie für ein entzücktes Publikum, das die Gäste nicht ohne mehrere Zugaben weiterreisen ließ.
Aaron Till war von 1998 bis 2006 der Fiddler in der Band von Mark Chesnutt. In den 90-er Jahren gehörte Chesnutt zu den erfolgreichsten Hitjägern der Country Szene in Amerika. Als Begleitmusiker von Todd Fritsch hatte Aaron Till im August 2006 in der Schweiz gespielt und die dort aktive Country Sängerin Tabea Anderfuhren kennengelernt, deren damaliger Fiddler von Aaron Till geschwärmt und Tabea auf diese Weise zum Konzertbesuch bewegt hatte. Nach dem Gastspiel von Todd Fritsch hatte Tabea Aaron Till angesprochen. Seither ist kaum ein Tag vergangen, an dem die beiden nicht miteinander korrespondiert haben oder gemeinsam auf Tournee waren. Tabea Anderfuhren hat im Rahmen eines Besuchs in Nashville, Tennessee ihre CD „Who Can Ever Tell" eingespielt, produziert von Aaron Till, der auch als Musiker agierte und befreundete Topmusiker mit an Bord brachte, die im Übrigen u.a. auf der diesjährigen Grammy-CD „The Bluegrass Diaries" von Jim Lauderdale mitwirken. Dieses wunderbare Album war für Tabea Anderfuhren und Aaron Till die Eintrittskarte für eine ausgedehnte gemeinsame Tour durch Europa. Die Country & Western Friends Kötz als Veranstalter waren mit dem internationalen Duo mehr als glücklich, und am Rande war zu erfahren, dass die Vorfahren von Aaron Till 1737 aus der Gegend von Basel nach South Carolina gekommen waren. Aaron Till selbst ist in Jacksonville, Florida geboren, lebt aber inzwischen in Music City Nashville. Dort hat er sich in den vergangenen beiden Jahren einen hervorragenden eigenständigen Namen gemacht als Musiker und hat inzwischen Engagements in Las Vegas und auf allen Bühnen, die virtuos gespielten Bluegrass und akustischen Swing präsentieren wollen. Tabea Anderfuhren, im Umland von Zürich aufgewachsen, sang zu Beginn die Richard-Dobson-Komposition „Hills Of Kosovo", Dobson hat die traurige Geschichte einer ehemaligen Nachbarin verarbeitet, die von ihrer Familie zwangsverheiratet wurde in die Schweiz. Mit viel Elan folgte der Buck-Owens-Klassiker „My Heart Skips A Beat", wo Aaron Till die Gitarre bediente. „Two Many Choises" war eine Eigenkomposition von Tabea, die ihre persönlichen Eindrücke und Erlebnisse nicht so sehr dem Tagebuch anvertraut, sondern in Liedern festhält. Aaron Till schrieb für Tabea das autobiographische „Half World Away", wo es u.a. heißt „You Have The Power To Make Someone Want You Over An Ocean Away".
Diese tragfähige Verbindung sorgte für drei Sets in Kötz, wo für Tabea Gelegenheit war, den Titelsong ihrer CD vorzustellen, und Aaron Till eine Jodeleinlage bringen konnte. Die Lacher hatte er auf seiner Seite, als er die erste Schallplattenaufnahme, die er je gehört hatte, nachsang, so, wie sie von der Platte klang, mit allen Hüpfern der Nadel, „Tennessee Waltz". Das grandiose Irish Medley, von Aaron virtuos auf der Fiddle gespielt und von Tabea an der Gitarre begleitet, sorgte für weitere Begeisterung und der Kontakt zwischen Publikum und Künstlern wurde auch durch die zahlreich eingestreuten Anekdoten gefördert. Tabea hat z.B. erzählt, dass ihr ehemaliger Freund beim Anhören ihrer CD sofort das Lied entdeckte, das Tabea geschrieben hat, nachdem sie ihn nicht mehr so sehr mochte, „How Could I Give Up Myself". Aaron Till überzeugte in Marty Robbins‘ „Devil Woman" und als er seine Mandoline an den zufällig im Publikum befindlichen Helmut Limbeck von der Cripple Creek Band weiterreichte, gab’s einige Nummern im Trio, z.B. „Orange Blossom Special". Bei „Lonesome Feeling" kamen die Duettgesänge von Tabea und Aaron zur Geltung, Aaron hat eine ausgezeichnete Tenorstimme, Tabea ohnehin eine der schönsten weiblichen Stimmen in Europa, klar und warm zugleich. Mit Tom Paxton’s „The Last Thing On My Mind" und „The Irish Blessing" endete der Abend im frenetischen Beifall der Gäste, die am 04. April 2009 ab 19 Uhr Gelegenheit haben, das geniale Duo erneut zu erleben, dann im Rahmen der 13. Bluegrass & Country Night anlässlich des St. Patrick’s Day in der Lindenhalle Ehingen/Donau.
Die Country & Western Friends Kötz freuen sich bereits jetzt auf Valerie Smith & Liberty Pike featuring Becky Buller. Dieses bewährte Quintett wird am 13. Dezember ab 20 Uhr im Schützenhaus Leipheim ein Bluegrass Konzert geben. Anlass ist die jährliche Country Christmas Veranstaltung der Country Friends Kötz. (Friedrich Hog)
überzeugt im Trio durch Können und Herzlichkeit
Großkötz – hog Es waren absolute Könner am Werk, das war von Anfang an klar in der Sportgaststätte Großkötz am Samstag, den 11. Oktober. Das Rod MacDonald Trio zog die volle Aufmerksamkeit des Publikums auf sich und wurde erst nach mehreren herausgeklatschten Zugabenrunden von der Bühne gelassen.
Mit seiner klaren und sanften Stimme hatte Rod MacDonald auf Anhieb das Publikum auf seiner Seite. Selten erlebt man einen derart stimmigen Künstler, der melodiösen Liedern intensive Bedeutung beisteuert und zudem auch mit 60 Lebensjahren noch die Frische und Spontaneität eines Straßensängers vermitteln kann. Straßensänger allerdings auf denkbar höchstem Niveau, schließlich gibt er selbst Seminare zum Thema Songschreiben und hat die Greenwich Village Szene in New York in den letzten Jahrzehnten stark geprägt. Seine Musik ist aufmunternd, aber auch zärtlich, einfühlsam und aussagekräftig. Sie kommt herüber wie eine warme Brise aus Florida, seiner aktuellen Wahlheimat. Selbst hatte er die akustische Gitarre bedient, zeitweise auch die Mundharmonika, das gehört zu einem richtigen Folkie dazu. Mark Dann war wie schon seit vielen Jahren bei Rod MacDonald ein zuverlässiger Mann am elektrischen Bass und der New Yorker Gitarrist J.P. Bowerstock erwies sich als filigraner und virtuoser Meister seiner Kunst.
Beim 10. und letzen Konzert dieser elftägigen Europatournee beschrieb Rod MacDonald in „Days Of Rain“ seine Eindrücke von Florida, wo es durchaus viel regnet. Wenn man zum Rhythmus des Regens sich lieben kann, wird das gerne akzeptiert. Die Zerrissenheit der USA unter der Bush Administration war Thema des Titelsongs seiner CD von 2005, „A Tale Of Two Americas“, „Coming Of The Snow“ reflektierte den Herbst und aufkeimenden Winter in den Neu England Staaten an der Ostküste der USA. Herrlich, wie der Meister scheinbar alltägliche Erlebnisse in wunderherrliche Lieder verpacken kann, wie jene Begebenheit bei einem Soundcheck, als die drei- bis vierjährigen Mädchen zu seiner Gitarre tanzten, die gleichaltrigen Buben aber regungslos dabeistanden, „When The Little Girls Love To Dance“. Selbstredend spannt das Lied den Bogen zum Verhalten Erwachsener, das aus dem Erlebten gut ableitbar ist.
Im zweiten Set des Abends kreierte Rod MacDonald eine historische Szene in „White Buffalo“ und in „Black Haired Man“ beschreibt er die Konversation eines Fremden mit einem Einheimischen. „For The People“ zeichnet die Tschechische Republik Anfang der 90-er Jahre nach, nachdem die russische Besatzung abgezogen war und Rod MacDonald nach 40 Jahren der erste amerikanische Künstler war, der im Land eine Tournee unternommen hat. Sprudelnd vor Energie „Blues For The River“, auch wenn es ein Lied für die Liebenden ist, die wir zurücklassen. Gut angekommen sind auch Adaptionen wir „All Shook Up“ von Elvis Presley, „It’s Only Make Believe“ von Conway Twitty, „Maybe Baby“ von Buddy Holly oder „Blue Eyes Crying In The Rain“, das Willie Nelson berühmt gemacht hat. Mit einem sehr guten Gefühl im Bauch konnten die Zuschauer die Heimfahrt antreten, getragen von den Melodien und Geschichten eines absoluten Meisters seines Faches. (Friedrich Hog)
Gitarrist: J.P. Bowerstock
Bass: Mark Dann
Grösstmögliche Würdigung für Johnny Cash beim Memorial Day der CWF Kötz
Grösstmögliche Würdigung für Johnny Cash beim Memorial Day der CWF Kötz Leipheim, 20. September 2008
5 Jahre ist es nun her, dass die Country-Welt für einen Moment inne hielt und die Nachricht vom Tod eines ihrer Meister aufnahm. Jeder einzelne mag damals seine ganz eigene Weise gefunden haben, damit umzugehen. Einig sind sich jedoch fast alle darin, sein Denkmal aufrecht erhalten zu wollen. Obwohl er sich vom reinen Country-Sound oft so weit weg bewegte, wie nur irgend möglich. Vielleicht ein Grund, weshalb man in Kötz eben nicht eine der Cash-Revival-Bands, die es wie Sand am Meer gibt, holte, sondern Musiker, die mit ihm auf vielfältige und nicht immer sofort ersichtliche Weise in Verbindung stehen. weiter lesen......
Leipheim – hog Vor vollbesetztem Haus fand am Samstag, den 20. September der dritte Johnny Cash Memorial Day der Country & Western Friends Kötz statt. Der e.V. hatte anlässlich des fünften Todestages von Cash am 12. September drei Formationen eingeladen, die die Musik der Legende in unterschiedlichen Facetten interpretierten. weiter lesen...
Kim Carson & Band gewinnen erneut ihre Zuhörer
LEIPHEIM - (hog) Im gut besuchten Schützenhaus Leipheim begeisterte am Donnerstag, den 14. August 2008 die Kim Carson Band. Die extreme Wetterlage sorgte mit ihren Vorboten dafür, dass das Konzert nicht open air, sondern im Saal stattfand. Dort stellte sich von Anfang an eine einzigartige Harmonie zwischen Musikern und Publikum ein, die schon typisch ist für Kim Carson, schließlich verbringt die Sängerin aus Texas bzw. Louisiana jedes Jahr mehrere Monate in Europa, jeweils nicht ohne bei den COUNTRY & WESTERN FRIENDS KOETZ 1982 e.V. vorbeizuschauen. Wie eine alte Vertraute wird Kim Carson inzwischen beim Kötzer Verein jedes Jahr aufgenommen, so auch am Donnerstag, als um 20.30 Uhr pünktlich ihr Konzert im Schützenhaus Leipheim begann. Mit gewohnt prägender Spielfreude eröffnete Kim Carson mit dem Willie-Nelson-Klassiker „Whiskey River" den Abend, der typische Honky Tonk Music im mid-tempo-Stil bot, wie sie in vielen Dance Halls und Kneipen in Texas oder Louisiana zu hören ist. Getanzt wurde in Leipheim nur am Rande, das Zuhören stand offenbar im Vordergrund. Das lohnte sich bei der angenehmen Lautstärke und dem warmen Klang der Musik, der schönen Stimme von Kim, und ihren Liedern mit Wiedererkennungswert. Im „I-10 Westbound Blues" berichtete Kim von den Staus auf dem amerikanischen Highway, der ihre Ost-West-Fahrten immer wieder begleitet, vielleicht sollte sie sich mal ein Flugticket leisten, so ihre Quintessenz. Mit Jessi Colter’s „I’m Not Lisa" brachte Kim eine ergreifende Ballade über einen Mann, der von seiner Frau mit der Realität konfrontiert wird, dass sie eben sie ist und nicht Lisa, von der er offenbar träumt.
Johnny Falstaff aus Houston, Texas, der wie im Vorjahr die elektrische Gitarre bediente, sang u.a. „alten" Ray Price, den Buck Owens Klassiker „Above & Beyond" und die Eigenkomposition „Shine". Seine sehr schöne Stimme wurde mit viel Beifall belohnt, zumal er die authentische frühe Honky Tonk Music sehr überzeugend rüberbringt. 2009 wird er im April/Mai erstmals mit eigenem Trio in Europa unterwegs sein. Auch Ryan Donohue am Kontrabass sang zur Begeisterung der Gäste einige Lieder mit seiner Stimme, die einfach nur genial „farbig" klingt. Pete Bradish am Schlagzeug hatte sich inzwischen sehr gut in die Band eingelebt und durfte auch ein wenig singen, er kommt aus New Orleans, Louisiana. Dieser Bundesstaat wurde gewürdigt mit „Leaving Louisiana In The Broad Daylight" und „Going Back To Louisiana", längst ein Kim Carson Klassiker, ebenso wie „Around The Lakeside".
Ansonsten immer wieder Honky-Tonk-Themen wie „I Only Like You When I’m Drinkin‘", „A Couple Of Beers Behind" oder „Neon Halo": in ein Honky Tonk geht man zum Musik Hören, Tanzen, Bier oder Whiskey Trinken, aber auch zum Austauschen oder Vergessen von Problemen, vielleicht lernt man ja jemanden kennen.
Für Abwechslung sorgte das schnelle „Just Because You’re Gone" und das von Kim Carson verfasste „Burned By An Old Flame", für das Mandy Strobel als Gastsänger die Bühne betrat, der es vor Jahren schon auf CD aufgenommen hat. In Costa Rica hat Kim den Straßenhund „Buddy Johnson" erlebt, als sie dort eine Freundin besucht hat, klar, dass sie dieser Begebenheit ein Lied widmete. „Hank’s Song" erinnerte an Idol Hank Williams und als eine der Zugaben brachte Kim „Will The Circle Be Unbroken", mit dem sie sogar ihre Band überraschte. Die beiden ausführlichen Sets waren wie im Fluge vergangen, werden aber bei den Zuhörern wie immer lange positiv nachwirken, denn die erfrischende Musik von Kim Carson und ihrer Band ist an Echtheit und Herzlichkeit kaum zu übertreffen. Am Freitag, den 15. August ist die Formation im Four Corners Untermeitingen zu erleben als Johnny Falstaff with special guest Kim Carson. Kim wird im März/April 2009 mit ihrem seit 10 Jahren parallel bestehenden Frauenquartett „The Tipsy Chicks" in Europa zurück erwartet. Ausblick: Der Johnny Cash Memorial Day am 20. September wirft bereits seine Schatten voraus. Ebenfalls im Schützenhaus Leipheim präsentieren die Country Friends Kötz dann ab 17 Uhr das Rockabilly-Trio "Blue Moon", den Sänger in klassischem 50-ies-Stil Stefan Schmid und das neu formierte Quartett "Texas Heat" um Altmeister Marty Wolfe. Im dänischen Silkeborg haben Texas Heat diesen Sommer beim großen Country Festival riesig abgeräumt und werden mit ihrer neuen CD auch hier ihre Freunde wieder aktivieren können und viele neue hinzugewinnen. (Friedrich Hog)
Gail Davies und ihre Band sorgten am Samstag, den 19. Juli 2008 im Pfleghofsaal Langenau im Rahmen eines Gastspiels bei den Country & Western Friends Koetz 1982 e.V. für große Begeisterung. Der auf beiden Ebenen gut besetzte Pfleghofsaal erlebte mit Gail Davies eine Sängerin, die nichts von der Ausstrahlung und ihren stimmlichen Fähigkeiten aus den großen Tagen der Hitparadenerfolge verloren hat, die mit Inhalten und Melodien arbeitet und die mit handgemachter Musik die Zuhörer direkter erreichte, als dies mit allen elektronischen Mitteln je hätte der Fall sein können.
Obwohl Gail Davies am 05. Juni ihren 60. Geburtstag gefeiert hat und in den USA nicht mehr auf Tournee geht, abgesehen von vereinzelten Auftritten in der Stadt, in der sie lebt, Music City USA, Nashville, Tennessee, macht sie auf der Bühne noch eine richtig gute Figur. Sie bewies dies im Rahmen ihrer Europatournee im gemütlichen Pfleghofsaal Langenau, wo sie mit ihren qualitativ hochwertigen Liedern in zwei ausführlichen Sets voll überzeugte. Chris Scruggs begleitete sie am Kontrabass und an der Lap Steel, er ist der Sohn von Gail Davies und Gary Scruggs, dem Sohn von Banjo-Legende Earl Scruggs. An Mandoline und Kontrabass war Patty Mitchell zu erleben, die am Anfang der Karriere der Dixie Chicks sechs Monate lang vertretungsweise den Bass gezupft hatte, noch bevor mit “Thank Heavens For Dale Evans” ihre erste CD erschienen war. Die angenehm dezente elektrische Gitarre bediente Dave Luke aus England, der seit 10 Jahren mit Gail Davies spielt.
Dreistimmiger Satzgesang erfreute die Zuhörer bei Klassikern wie “Poi-son Love” oder “Ashes Of Love”. Von den Louvin Brothers adaptierte Gail Davies “Are You Teasing Me”, sie ist eng mit Charlie Louvin befreundet. Ihr größter Hit-paradenerfolg “I’ll Be There” durfte ebenso wenig fehlen wie ihre Hits “Round The Clock Lovin’” oder “Jagged Edge Of A Broken Heart”. “Tell Me Why” hatte sie für Jann Browne geschrieben, die mit ihrer Version einen großen Hit landen konnte. Solche und andere Informationen packte sie geschickt in ihre Ansagen, denen auch zu entnehmen war, dass ihr Großvater deutscher Abstammung war, die Großmutter irischer und indianischer Abstammung. Ihr widmete sie “Grandma’s Song”, eingeleitet vom “Foxhuntin’ Song”. Hatte Patty Mitchell bisher die Man-doline und Chris Scruggs den Kontrabass bedient, so wechselte Patty nun auf den Bass und Chris an die Lap Steel für “I Don’t Hurt Anymore”.
Im zweiten Set erklangen Lieder wie Bob Dylan’s “I’ll Be Your Baby Tonight”, das mit wunderschöner Melodie ausgestattete “Someone Is Looking For Someone Like You” und “Unwead Fathers” aus der Feder von Bobby Braddock und John Prine. In “Kentucky” würdigte sie die positiven Seiten des nördlich von Tennessee ge-legenen Nachbarstaats. Ein Glanzstück von Chris Scruggs auf der Lap Steel war der “Panhandle Rag” und als Chris an die akustische Gitarre wechselte und mit viel Elan den “Wabash Cannonball” auf die Schiene schickte, waren alle längst aus dem Häuschen. Gail Davies sang noch Lieder wie “It’s A Lovely Lovely World” oder aus der von ihr produzierten CD “Caught In The Webb”, einem Tribute an den großen Country Sänger Webb Pierce “Wonderin' Wonderin’”. Schließlich folgte mit “Bucket To The South” eine frühe Komposition von Gail Davies, das so bezeichnete Auto hatte sie 1976 aus ihrer Wahlheimat Los Angeles nach Nashville gebracht. “Singing The Blues” forderte die Zugaben “I Can’t Help It If I'm Still In Love With You” von Hank Williams und “Farther Along” heraus.
Kaum war die Formation aus Holland angereist, musste sie schon wieder nach Bel-gien weiterfahren. Ihr Abstecher nach Langenau offenbarte dem Publikum, dass die Country Music nach wie vor Seele aufweist und handgemachte Musik seine Publikumswirksamkeit nicht eingebüßt hat. Entscheidend ist eben, was man aus den Liedern gesanglich macht und entsprechendes gilt für die Instrumente. Gail Davies gelangte wunderbar auch zu den hohen Tönen, die musikalische Be-gleitung war in ihrer Band in guten Händen. Am Mittwoch, den 23. Juli spielt die Formation im Rattlesnake Saloon München. (Friedrich Hog)
PETER COOPER Mann genießt Anerkennung; seit vielen Jahren gilt Peter Cooper als großer Kenner der amerikanischen Country & Western-Szene, ist einer der prominentesten Musikkolumnisten des Landes. Beiträge für die traditionsreiche Tageszeitung "Nashville Tennessean", den "Esquire" u.a., Kommentatorenjobs bei TV-Stationen wie CNN, BBC und Biography Channel, Liner-Note-Verfasser für Emmylou Harris, Buchautor ("Hub City Music Makers: One Southern Town's Popular Music Legacy") – Coopers fachkundige Meinung ist gefragt.
ERIC BRACE, Redakteur der Washington Post und Frontman der mittlerweile in Nashville ansässige Roots-Rock Truppe LAST TRAIN HOME (war im Oktober 2005 bei uns in Langenau zu Gast!)startet nach zehn Jahren und halb so vielen Studioalben auf dem Buckel einen weiteren Versuch die Herzen der Americana-Gemeinde zu erobern. Seit jeher mit wohlwollenden Kritiken gesegnet, sowohl für ihre Longplayer als auch für ihre Konzertdarbietungen, dümpelten der kreative Kopf Eric Brace und seine Kumpanen bislang eher in wirtschaftlich unbefriedigenden Regionen, so dass sie sich, dank steigender Akzeptanz beim Publikum, erst vor einiger Zeit dazu entschliessen konnten, LAST TRAIN HOME als Full-Time-Job zu betreiben.
what a fun!!!
Bericht folgt!
...Malcolm Holcombe hatten wir am vergangen Sonntag (04.05.2008) bereits einen Geheimtipp in Sachen Singer/Songwriter-Kunst im Pfleghofsaal in Langenau zu Gast. Leider war der Publikumsbesuch nur mäßig, aber alle die gekommen waren, blieben bis zum Schluss dieses sicherlich anfangs etwasgewöhnungsbedürftigen Vortrages von Malcolm Holecombe.
"Es klingt, als würde sich ein alter, knorriger Baum im Astloch kratzen. Ein splissiger Bariton, der sich so gar nicht dem Ohr einschmeicheln will. Und doch wird er auf dem weichen Teppich seiner Gitarre schon nach wenigen Zeilen ganz elastisch. Der amerikanische Country-Barde Malcolm Holcombe ist eine Klasse für sich." (Wolf Kampmann in der Zeitschrift "Rocks", Ausgabe 01/08. Diese Feststellung trifft den Verlauf dieses Abends sehr gut und auch der weitere Artikel von Wolf Kampmann über Malcolm Holecombe charakterisiert den anfangs etwas scheuen Künstler aus North Carolina ganz hervorragend.
Joanna Serraris, die Tourmanagerin von Malcolm Holcombe bedankt sich aus dem fernen Den Haag ebenfalls nochmals sehr herzlich für die freundliche Aufnahme und hofft, dass sie auch mit Kimmie Rhodes, Joe Gracey und Gabe Rhodes am Samstag, den 27. September 2008 wieder bei den Country & Western Friends Koetz 1982 e.V. zu Gast sein kann!
Detroit, Ann Arbor, Leipheim: Singer-Songwriter Kevin Meisel LEIPHEIM - (hog) Kevin Meisel aus Michigan, der in Detroit aufgewachsen ist und jetzt in der Universitätsstadt Ann Arbor lebt, war am Samstag, den 08. März bei den Country & Western Friends Kötz im Schützenhaus Leipheim zu Gast. Zusammen mit seiner Band „The Ragged Glories“ brachte er gepflegte Singer-Songwriter-Kunst auf die Bühne, anspruchsvoll und unterhaltend zugleich.
Seiner Band gehören neben Kevin Meisel an akustischer Gitarre auch sein Bruder Keith Meisel am Bass, Alex Anest an der elektrischen Gitarre und der Lap Steel und Jim Latini aus New York am Schlagzeug an. Gemeinsam erwiesen sie sich als gut aufeinander eingespielte Formation, die neben einigen Klassikern von Johnny Cash (I Walk The Line, I Still Miss Someone) im wesentlichen eigene Lieder im Repertoire hatten. Das erforderte die gesteigerte Aufmerksamkeit des erlesenen Publikums, das nach zwei Sets mit mehrfachen Zugaben die Darbietung in angenehmer Lautstärke offenbar mit Prädikat würdigte.
Angefangen hatte der Abend mit dem “Rustbelt Girl” aus seiner aktuellen CD “Cruising For Paradise”. Recht flott war “The Jealous Kind” arrangiert. Deutliche Beatles-Einflüsse konnte man in “The Last Goodbye” heraushören, das gilt für den Gitarren-Sound und den Gesang gleichermaßen. Es war daher nicht mehr weit zum legendären “Nowhere Man” der Fab Four aus Liverpool. “St. Augustine” verband der Poet mit der Bemerkung, dass viele seiner Lieder etwas mit Umziehen zu tun hätten, und man aus Umzügen durchaus etwas lernen könne. “Coal And Diamonds” war ein Liebeslied aus seiner ersten CD.
Der zweite Set begann mit den “Country Lines”, gefolgt vom “Broken Heart Tattoo”, das bei einem seiner Soloauftritte inspiriert wurde, denn vor der Bühne tanzte ein gutaussehendes Mädel, wohl mit einem Tattoo verziert. Sehr schön in Szene gesetzt war auch “Tijuana Line” aus der aktuellen CD, deren Titelsong nicht fehlen durfte. Als Zugabe sang Kevin Meisel nur zur eigenen Gitarre Woody Guthrie’s “Deportee”, wo es um einen tragischen Flugzeugabsturz mit mexikanischen Wanderarbeitern geht, und der beschämenden Meldung in amerikanischen Radionachrichten, bei den Opfern habe es sich lediglich um Deportees gehandelt. Für “Dead Flowers” von den Rolling Stones, das Townes Van Zandt und Steve Earle für die Country Music adaptiert haben, kam die Band auf die Bühne zurück. Nach einer weiteren herausgeklatschten Zugabe standen die Künstler noch für persönliche Kontakte zum Publikum zur Verfügung, eine lieb gewordene Einrichtung bei Konzerten der Country & Western Friends Kötz, die am 23. und 24. Mai bereits ihr 25. Internationales Kötzer Country Festival in der Günzhalle Großkötz abhalten. (Friedrich Hog)
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fotos: h.fiebig
Superstar Tracy Lawrence lässt keine Wünsche offen
Tracy Lawrence, ein Country Sänger mit acht Nummer-1-Hits in Billboard’s Country Charts, der jüngste im Jahr 2007, spielte am Donnerstag, den 28. Februar und Frei-tag, den 29. Februar 2008 im Four Corners in Untermeitingen. Das gemütliche Honky Tonk mit Raum für rund 270 Gäste war an beiden Abenden restlos ausverkauft und Marianne Theil und Bill Wallace haben mit diesem Doppelauftritt für das Four Corners die bisher sensationellste Performance ins Haus geholt. Sensationell war auch das Ergebnis der ganzen Arbeit, beide Auftritte vom allerfeinsten.
Begonnen hatte in Untermeitingen alles nach zwei Auftritten im Albisgütli in Zürich am Donnerstag gegen 13.30 Uhr. Aufbau und Soundcheck nahmen über vier Stunden in Anspruch, Tracy Lawrence brachte eigens ein Mischpult und einen professionellen Soundmixer aus Nashville mit. Sowohl hinter dem Mischpult, als auch auf der Bühne war Tracy Lawrence persönlich engagiert, als es galt, die technischen Voraussetzungen für einen optimalen Hörgenuss während der Auftritts einzurichten.
Um 20.30 Uhr begann jeweils die Musik, am Donnerstag überzeugten Daniel T. Coates & Band und am Freitag hatte die Cripple Creek Band ihre akustische Performance auf die Bühne gezaubert. Gegen 22 Uhr betrat jeweils Tracy Lawrence unter großem Beifall die Bühne. Der am 27. Januar in Atlanta, Texas geborene und in Foreman, Arkansas aufgewachsene Sänger, Songschreiber und Gitarrist war klar erkennbar bester Laune, endlich für seine Fans in Deutschland auftreten zu dürfen. Das Sounderlebnis war gigantisch, jeder Ton war an allen Stellen des Saals optimal zu hören, klarer und differenzierter hätte man wohl nicht abmischen können. Das macht von Anfang an Laune, so erhält man die Freude am Musikgenuss.
Die jeweils rund 100-minütigen Shows von Tracy Lawrence waren ein einziges Feuerwerk seiner großen Hitparadenerfolge, garniert mit ein paar Liedern von Merle Haggard wie „Ramblin‘ Fever“ und „Workin‘ Man Blues“. Die Gitarristen waren ein eingespieltes Team, die elektrische Gitarre klang rockig wo nötig, fein wo passend. Die Fiddle setzte herrliche Akzente und das Schlagzeug war eine zuverlässige Bank mit vielseitiger Variation. „Renegades, Rebels And Rogues“ (Platz 7/1994) zeigte die Kraft, die in dieser phantastischen Band steckt und die unverkennbare klare Stim-me von Tracy Lawrence stand trotzdem angenehm im Mittelpunkt. Tracy Lawrence wollte seine Musik dem Publikum rüberbringen, nur kurze Ansagen unterbrachen die Serie seiner Hitparadenerfolge, die alle seine Handschrift tragen, auch wenn er die meisten davon nicht selbst geschrieben hat. „Better Man Better Off“ (Patz 2/1997) durfte nicht fehlen, „The Coast Is Clear“ aus dem selben Jahr wurde von einigen vermisst, aber das hat er mit seiner Band nicht eingeübt. Dafür erklan-gen die von ihm selbst mitverfassten „If The World Had A Front Porch“ (Platz 2/1995) und „How A Cowgirl Says Goodbye“ (Platz 4/1997). Bobby Braddock‘s "Texas Tornado" (Platz 1/1995) fand den Weg in die Herzen der Zuhörer, überhaupt gehört Tracy Lawrence zu den Künstlern, die gesteigerten Wert auf eine gute Melodie le-gen. Selbst verfasst von Tracy Lawrence über seinen Großvater war „Lessons Lear-ned“ (Platz 3/1999/2000), auch die Texte und speziell die stimmige Verbindung beider Song-Elemente, Text und Melodie, sind für Tracy Lawrence wichtig. Das gilt auch für das langsame „I See It Now“ (Platz 2/1994), wo man ruhig auf die Inhalte achten sollte. „Can’t Break It To My Heart“ war 1993 Tracy’s dritter Toperfolg, dem ließ er im Konzert den Honky Tonk Klassiker „Sawdust On Your Halo“ folgen, mit dem er 2004 auf Platz 46 landete.
Mit seinem fünften Toperfolg „If The Good Die Young“ (1994) machte Tracy Law-rence wieder Tempo, das führte direkt zu „Running Behind“ (Platz 4/1992), in dem er das Lebensgefühl vieler Menschen beschreibt, die immer einen Kick zu spät ihr Zeug erledigt bekommen und trotz aller Schufterei einen Dollar zu wenig in der Tasche haben. Bis heute hat er den Boden unter den Füßen nicht verloren, trotz aller Erfolge, im Gegenteil, er ist mit 40 Jahren in einer komfortablen und stimmigen Situation gelandet, die ihn trägt, aber nicht abheben lässt. Das macht ihn zusätzlich zu seinem großen Talent auch sehr sympathisch. Die Sympathie der Fans hatte er sich 1991 am 09. November bereits gesichert gehabt, als er mit „Sticks And Stones“ erstmals in den Country Charts aufgetaucht war, es sollte rasch sein erster Nummer-1-Hit werden. Im Konzert ließ er diesem Klassiker seinen größten Hit folgen, „Time Marches On“ aus der Feder von Bobby Braddock, 1996 für drei Wochen an der Spitze der US Country Charts. Ebenfalls einen Eckpunkt in seiner großen Karriere stellt „Paint Me A Birmingham“ dar, das Tracy Lawrence um den Jahreswechsel 2003/2004 auf Platz 4 hochtrug, damals sein erster Top 10 Hit innerhalb exakt vier Jahren und damit das Lied, das ihm die Freude an seiner Berufung als Country Sänger zurückbrachte.
Für die Zugaben hob sich Tracy Lawrence seinen letztjährigen Toperfolg „Find Out Who Your Friends Are“ auf, das Lied erhielt im November 2007 einen der 12 begehrten CMA-Awards und auch sein zweiwöchiger Nummer-1-Hit von 1993, „Alibis“ durfte schließlich nicht fehlen. Das Publikum war begeistert, Tracy Lawrence und seine Band haben alles gegeben, optimalen Sound, herrliche Musik, tolle Lieder. Sie haben sich die Sympathien aller Fans erhalten und ausgebaut und es wäre ein Gewinn, wenn Künstler im Format von Tracy Lawrence öfters hier in Europa ein solch positives Beispiel davon abliefern würden, wie Country Music klingen sollte. Am Folgetag gab es wenigstens noch einen Auftritt in Hamburg.
Das Four Corners in Untermeitingen hat mit John Arthur Martinez, Asleep At The Wheel und Mark Chesnutt für dieses Jahr weitere hochkarätige texanische Künstler zu bieten, dazwischen sorgen die hiesigen Bands wie Cripple Creek Band, Daniel T. Coates & Band, David Waddell & Band oder Joshua Carson für die Live-Musik an den Wochenenden. Auch die Topformation des Bluegrass, „The Infamous Stringdusters“ hat sich im Rahmen ihrer ersten Europatournee für das Four Corners angesagt. (Friedrich Hog)
IBMA-Awards 2007
Wie im Vorjahr wurden auch 2007 die Awards der International Bluegrass Music Association in der Grand Ole Opry in Nashville vergeben. Am Donnerstag, den 04. Oktober fuhren wir mit dem extra eingesetzten Shuttle-Bus vom Nashville Convention Center, wo bereits seit Montag die Business Conference abgehalten wurde, raus zum Opry-Gebäude.
Ähnlich wie im Vorjahr waren einige Plätze frei geblieben, das Ryman Auditorium ist für die Veranstaltung zu klein, die Opry reichlich groß.
-the Grascals-
Bevor Sam Bush die Rolle des Gastgebers übernahm, gaben die Grascals mit einer musikalischen Performance dem Anlass den richtigen Schwung.
-the Infamous Stringdusters-
Sam Bush bemühte sich um Lockerheit, blieb aber meist dem Protokoll sehr nahe. Im übrigen führte er souverän und treffend durch das Programm. Zur Vergabe der ersten Awards bat er Bobby Osborne und Claire Lynch auf die Bühne. Der Award für den Song Of The Year ging an „Fork In The Road“ aus der Feder von Chris Jones und John Pennell, das Lied ist der Titelsong der aktuellen Debüt-CD der Infamous Stringdusters.
Chris Jones hatte am Vormittag im Nashville Convention Center bereits den Award als Broadcaster Of The Year erhalten, als bester Bluegrasss-Radiomoderator. Der zweite Award des Abends ging sodann an Sam Bush als bester Mandolinist des Jahres, er hatte in den Jahren 1990, 1991 und 1992 diesen Award bereits erhalten.
Russell Moore sprang mit „Footprints In The Snow“ für die kurzfristig erkrankte Rhonda Vincent als Interpret ein, zwei Tage zuvor hatte Rhonda im Ryman Auditorium im Rahmen der Grand Ole Opry Übertragung, die ganz Bill Monroe gewidmet war, noch auftreten können. Wenig später war sie ebenfalls wieder in Ordnung, die Stimme war am Award-Tag etwas „under the weather“. Ähnlich der CMA-Awards wechseln sich Liveauftritte mit der Vergabe der Preise ab. Seit 1990 waren nur drei Künstler als bester Dobro-Spieler ausgezeichnet worden, Jerry Douglas und Rob Ickes jeweils acht Mal und Phil Leadbetter im Jahr 2005. Den drei bisherigen Preisträgern sollte dieses Jahr kein weiterer hinzuaddiert werden,
-Rob Ickes -
Rob Ickes von Blue Highway und Three Ring Circle holte sich zum neunten Mal die Auszeichnung. Nach einer gemeinsamen Performance von Larry Sparks und Del McCoury wurde der Award „Gospel Recorded Performance Of The Year“ vergeben. Doyle Lawson & Quicksilver waren mit gleich zwei Nominierungen favorisiert und holten sich schließlich auch den Award für ihr Lied „He Lives In Me“. Leadsänger Jamie Dailey hat kurz vor der Award-Vergabe nach gut neuen Jahren die Formation verlassen und beim anschließenden Fan Fest im Nashville Convention Center seine neue Formation Dailey & Vincent erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Doyle Lawson & Friedrich Hog
Mit Darren Vincent von Ricky Skaggs & Kentucky Thunder am Kontrabass hat er einen erfahrenen Mitstreiter und Jimmy Fortune, ehemaliger Tenorsänger der Statlers erfreute gemeinsam mit Dailey & Vincent das Publikum mit seinem selbst verfassten Tophit „Elizabeth“. Die Reaktionen auf das Debüt waren sensationell, jemand hatte gesagt, „The Grascals got competition, die Grascals haben Konkurrenz erhalten“. Doyle Lawson legte bei seiner Dankesrede Wert darauf, dass sein Erfolg der letzten Jahre eng mit Jamie Dailey verknüpft war.
-Michael Cleveland -
Zurück zu der Verleihung der Awards. In Abwesenheit wurde Tony Rice erstmals seit 10 Jahren wieder zum besten Gitarristen gewählt, sein insgesamt sechster Award in dieser Kategorie. Die richtig guten „alten“ Künstler haben 2007 gepunktet, und das sollte gegen später ein weiteres Mal bestätigt werden. Zunächst wurde nach einer Performance von Ricky Skaggs & Kentucky Thunder featuring The Whites aber der blinde und gehbehinderte Geiger Michael Cleveland ausgezeichnet. Carl Jackson, Larry Cordle und Jerry Salley überreichten nämlich Michael Cleveland & Flamekeeper with Audie Blaylock erstmals den Award „Instrumental Group Of The Year“. Als „Emerging Artist Of The Year“, also als beste Newcomer wurden nicht überraschend von Cia Cherryholmes und Ronnie Bowman die Infamous Stringdusters ausgezeichnet. Das Sextett bringt Virtuosität und Können auf die Bühne, wie man das von einer Band erwarten darf, die nach ganz oben möchte.
Tony Trischka
Missy Raines
Als Präsentatoren für den Award „Recorded Event Of The Year“ traten Larry Sparks und Alison Krauss ans Mikrophon. Hier werden Künstler für eine ansonsten nicht bestehende Zusammenarbeit geehrt. Mit Tony Trischka ist ein weiterer genialer Veteran ausgezeichnet worden und zwar für sein Album „Double Banjo Bluegrass Spectacular“. Die Banjo-Duette hat Tony Trischka eingespielt mit Earl Scruggs, Kenny Ingram, Tom Adams, Béla Fleck, Noam Pikelny, Alison Brown, Scott Vestal, Steve Martin und Bill Emerson. Die amtierende Bassistin des Jahres, Missy Raines von der Claire Lynch Band, freute sich über ihren sechsten Award als Bassistin des Jahres. Ihr Vorbild ist Tom Gray, der am Folgetag beim Fan Fest Emmylou Harris am Bass begleitet hat. Nach einer Performance der Infamous Stringdusters erhielt Tony Trischka erstmals in seiner langjährigen Karriere den Award als bester Banjo-Spieler des Jahres, Michael Cleveland wurde zum fünften Mal bester Fiddler. Sodann erfuhr das „Knoxville Girl“ eine Bearbeitung durch die Cherryholmes, ehe Eddie Stubbs von WSM Radio als Stage Announcer Carl Story in die International Bluegrass Music Hall Of Fame einführte. Bisher trug sie den Namen „Hall Of Honor“. Carl Story wurde am 29. Mai 1916 in Lenoir, North Carolina geboren. Er gilt als der Vater des Bluegrass Gospel. Sein Repertoire umfasste Klassiker wie „Light At The River“, „Family Reunion“ oder „My Lord Keeps A Record“. Er war dem rauhen Mountain Style zuzuordnen und ist am 31. März 1995 gestorben. Auch Howard Watts, besser bekannt als Cedric Rainwater, wurde später in die Hall Of Fame aufgenommen, er wurde am 19. Februar 1913 in Monticello, Florida geboren und hatte sich Bill Monroe’s Bluegrass Boys als Bassist angeschlossen. Bei der legendären ersten Bluegrass Session im September 1946 war er mit Monroe und Lester Flatt, Earl Scruggs und Chubby Wise in Chicago, Illinois im Studio.
Craig Cahill, Banjo-Spieler und Bandleader der Special Consensus und Chef der IBMA und Europas Richard Hawkins vergaben den Award „Vocal Group Of The Year“. Als beste Gesangsgruppe ausgezeichnet wurden nicht unerwartet Doyle Lawson & Quicksilver, zum siebten Mal in Folge, jeweils wesentlich Jamie Dailey als Leadsänger zu verdanken. Tony Trischka’s „Double Banjo“ erhielt an dieser Stelle auch den Award als „Instrumental Album Of The Year“. Nachdem Rhonda Vincent in den vergangenen sieben Jahren als beste Sängerin ausgezeichnet worden war und gemeinsam mit ihrer Band 11 Nominationen hatte, war es fast schon sensationell, dass erstmals Dale Ann Bradley als „Female Vocalist Of The Year“ ausgezeichnet wurde. Das ist nicht unverdient, betrachtet man die Auftritte, die sie im Rahmen der IBMA-Woche abgeliefert hat. Kathy Mattea erfreute den im Rollstuhl sitzenden Bradley Walker direkt nach dessen Auftritt mit „Life Or Love“ mit dem Award „Male Vocalist of The Year“.
Bradley Walker
Aufgrund der intensiven Bühnenpräsenz von Bradley Walker und seiner sehr gelungenen ersten CD „Highway Of Dreams“ vom 12. September 2006 kann man diesen Generationswechsel beim Sänger des Jahres durchaus mittragen. Chris Jones und Jim Van Cleve präsentierten nun den Award „Album of The Year“.
J.D. Crowe
Erstmals hatten sich zwei Werke gemeinsam die Auszeichnung geholt: „Lefty’s Old Guitar“ von J.D. Crowe & The New South, die unmittelbar davor gesungen hatten, und „Fork In The Road“ das Debütalbum von den Infamous Stringdusters.
Seinen besten Einsatz hatte Sam Bush gemeinsam mit seiner Sam Bush Band bei „Bringing In The Georgia Mail“. Sodann war lediglich der Award „Entertainer Of The Year“ noch zu vergeben. Den holten sich, wie im Vorjahr, die Grascals, diesmal aus der Hand von Sonny Osborne. Damit leerte sich die Opry wieder, die von Werbeeinspielungen mehrfach unterbrochene Show war kurzweilig, aber nicht sonderlich spannend aufgezogen. Sehen und gesehen werden wird hier, wie bei allen ähnlichen Veranstaltungen, groß geschrieben. Vielleicht liegt darin etwas auch der Reiz, jedenfalls ist es für Nashville äußerst positiv, dass sich neben den Music Row-Größen auch die IBMA und die AMA (Americana Music Association) mit ihren Awards-Shows in Music City blicken lassen. (Friedrich Hog)
Bericht folgt !!
Sonntag, 15. Juli 2007 Lesley Schatz
Folk Music im Rokokosaal mit Lesley Schatz
Familiäre Stimmung mit der kanadischen Sängerin
Der Rokokosaal im Heimatmuseum Günzburg eignet sich nicht nur für Barockmusik, sondern auch für Folk- und Country Music, vor allem, wenn sie so charmant und unaufdringlich dargeboten wird wie von der Kanadierin Lesley Schatz. Ausgestattet mit Gitarre, Banjo und dem indianischen “Mouth Bow” brachte sie einen bunten Strauß von eigenen Liedern und Titeln der Old Time Music der USA aus den 20er und 30er Jahren, und sie sang über ihre Familie, ihre Umgebung und Heimat im fernen Alberta.
Schon um 1991 war sie zu Gast bei den veranstaltenden Country & Western Friends Koetz gewesen und hatte sich souverän auch beim Festival vor einem großen Publikum behauptet. Jetzt hatte sie es leicht vor einem kleinen Hörerkreis, zumeist Fans, die sie damals schon gehört hatten. Sie legte dann eine längere Babypause ein, um jetzt ihre alten Freunde, die sie nicht vergessen hatten, wieder zu besuchen. Da verließ sie bald die kleine Bühne und setzte sich mitten unter die Gäste, wo schnell das Gefühl eines Familientreffens aufkam. Auf eine Verstärkeranlage konnte sie da gut verzichten. Sie erzählte von ihren Kindern, von den Nachbarn und vom Leben auf ihrer Farm, und sie tat das humorvoll und zurückhaltend, aber immer auf Kontakt mit den Hörern bedacht. Sie begleitete sich gewandt auf der Gitarre und dem Banjo, das sie auf altertümliche Weise im „Clawhammerstyle“, also nur mit den Fingernägeln spielte. Ein “Mouth bow” ist ein mit einer Gitarrensaite gespannter Ast, der an eine Wange gehalten und mit einem Plektrum angeschlagen wird; das klingt dann ungefähr wie eine Maultrommel. Die Indianer ihrer Heimat spielen ihn, Lesley interessiert sich für sie und lernt sogar die Sprache der Cree. Sie ist auch Malerin, aber ihre Lieder zeichnen ebenso Bilder aus ihrem Leben. Insofern ergänzen sich die beiden Betätigungsfelder. Im Konzert wechselten sich also stimmungsvolle Liebeslieder mit temperamentvollen Instrumentalstücken in einem soweit abwechslungsreichen Programm. Die Hörer folgten da gern, nur schade, dass nicht mehr da waren. Die neue CD war nicht fertig geworden, aber Lesley konnte einen ganzen Stoß Bestellungen mit nach Hause nehmen. Die Country Friends gingen erst einmal in die wohlverdiente Sommerpause.
Eberhard Finke
Kim Carson Freitag, den 13. Juli 2007 Bericht folgt!!
Vor 15 Jahren hatte es einmal eine gemeinsame Europatournee der beiden Geschwister gegeben, ansonsten sah man sie jeweils solo. Am 28. April 2007 konnte man die beiden texanischen Singer-Songwriter im Pfleghofsaal Langenau erleben. Die Country & Western Friends Kötz freuten sich über guten Zuschauerzuspruch und ein Konzerterlebnis, das die Magie der Musik zum Leben erweckte.
Ursprünglich aus Fort Worth, Texas leben und arbeiten Hugh und Katy Moffatt inzwischen in alle Welt zerstreut. Daher war es eine besondere Freude, sie einmal wieder gemeinsam auf einer Bühne zu sehen, ausgerüstet mit ihren beiden akustischen Gitarren, ihren schönen Harmoniegesängen und ihren Liedern, die poetisch sind und gleichzeitig das Herz des Zuhörers erreichen. “Dance Me Outside” gehörte zu den schon bekannten Liedern, neue gesellten sich dazu. Wenn Katy für zwei Lieder in den Vordergrund tritt, dann bekommt die Musik einen Touch von Soul. Gemeinsam meinten sie dann “Hank & Audrey Wrote The Book”, in Erinnerung an Hank Williams und seine Frau Audrey. Sehr schön kam der Hugh-Moffatt-Klassiker “Old Flames Can’t Hold A Candle To You” herüber und Hugh widmete seinen kleinen Solo-Part zwei Liedern aus seiner jüngsten CD “Songs From The Back Of The Church”. “Angels” hatte er für seine Tochter geschrieben, sie war bei seiner ersten Europatournee 1988 fünf Monate alt. Als sie fünf Jahre alt war, und er ihr das Lied vorgesungen hatte, wollte sie es nie mehr hören, da sie Angst hatte aufgrund der Vorstellung, dass da jemand unsichtbares bei ihr sein könnte. Der “Watermelon Moon” beschrieb den Halbmond, der sich nach seiner anderen Hälfte sehnt, Hugh als Vertreter der Gattung Mensch auch ...
Im zweiten Set gab’s wunderschöne Harmoniegesänge zu hören bei “It’s Been Decided”, “I Don’t Believe You’ve Met My Baby” von den Louvin Brothers oder “We’ll Sweep Out The Ashes In The Morning”, einem Cheating Song um gestohlene Liebe. Gemeinsam mit Tom Russell hat Katy Moffatt “Walking On The Moon” geschrieben, auch mit Bruder Hugh kam es sehr gefühlvoll herüber. Am 01. Mai 2006 hatte Hugh erfahren, dass Johnny Cash seine Komposition “Rose Of My Heart” aufgenommen hat, Hugh wusste nur, dass Cash das Lied einstudiert hatte, aber erst im Zuge der Veröffentlichung der CD “American V. – A Hundred Highways” erfuhr er von der Aufnahme. Solche Ereignisse sind immer besonders wertvoll, nicht zuletzt, da die CD letztes Jahr von null auf Platz 1 in die Top 200 eingestiegen ist, also die Album Hitparade in Amerika. Hugh widmete das Lied Inge und Jochen Pfeiffer, die exakt 40 Jahre zuvor in El Paso, Texas geheiratet hatten. Dann sang er über seine erste Ehe, die bei weitem nicht so lange hielt, “Wild Turkey”. Im Gegensatz dazu hielt die Beziehung von Lucy & Jack ein Leben lang, mit 15 hatte sie begonnen, dann haben sie sich verloren, nach anderen Partnerschaften haben sie wieder zusammengefunden und schließlich auch das Alter gemeinsam erlebt. Damit waren die bunten Kindeheitsträume in Erfüllung gegangen. Bei den Zugaben kam “Papa Sita” zu seinem Recht und “Carolina Star” beschrieb einen Mann aus den Carolinas, der seine Frau und drei Töchter verlassen hatte, um in Nashville als Country Sänger Karriere zu machen und dann wieder heimzukehren. Er ist tatsächlich heimgekehrt, die große Karriere klappt freilich nur für ganz wenige. “Dark End Of The Street” machte schließlich klar, ein wunderbarer musikalischer Abend näherte sich dem Ende.
Ganz klares Fazit: The magic is still there, die Magie der Musik ist so präsent wie immer bei Katy und Hugh Moffatt. Sie stehen für Qualität und Herzlichkeit. Eine neue Tournee ist nicht geplant, aber vielleicht wird ja in 15 Jahren oder so doch der Moment erneut kommen, schön wär’s – gerne auch schon etwas früher. (Friedrich Hog)
Ein Faible für große Romanzen
Ihr 25-jähriges Bestehen feierten die Country & Western Freunde Kötz mit einem Duo, das die Fans vielfältiger Songwritermusik schon zum Zehnjährigen begeisterte.
PIERRE LA QUA
Trotz ihrer musikalischen Vielseitigkeit scheiden sich bei Hugh und Katy Moffatt die Geister. Für Country-Puristen ist das Geschwisterpaar aus Fort Worth (Texas) zu wenig Nashville und zu wenig Bluegrass. Wer allerdings Country als breites Spektrum versteht, wer die Erzählkunst dieser Musik liebt und deren Geschichten, die oftmals ganz tief unter die Haut gehen, für den zählt das Duo zur absoluten Spitzenklasse. Keine Starallüren, kein aufgesetztes Gehabe lenkt von den tiefen Emotionen ab, die die beiden in ihren Songs verarbeiten.
Songs wie "Rose of my heart" zum Beispiel. Hugh Moffatts Ode an die Liebe war einer der letzten Songs, die Johnny Cash kurz vor seinem Tod für seine "American Recordings" aufgenommen hat. Im Langenauer Pfleghof avancierte diese Ballade zu einem der rührendsten Momente des Abends. Nicht zuletzt deswegen, weil Moffatt den Song einem anwesenden Ehepaar widmete, das dieser Tage seinen 40. Hochzeitstag feierte. Ein eindringliches Rührstück voller Gefühl, Zuneigung und Hingebung.
Überhaupt haben die beiden ein Faible für große Romanzen. Sei es jene zwischen Hank Williams und seiner Audrey ("Hank & Audrey"), die langjährige Liebesbeziehung des Revolverhelden Wyatt Earp ("Wyatt & Josie") oder die tragische Geschichte von "Jack and Lucy".
Lagerfeuer-Folk, Country & Western, Countryrock, Ragtime: Auf ihrem Singer/Songwriter-Streifzug kommen Hugh und Katy Moffatt mit vielem in Berührung, was die Musik Amerikas prägt. Aber auch Soul und Blues reihen sie nahtlos in ihr Programm ein, darunter großartige Versionen von Percy Mayfields "Send me someone to love" und Dan Penns "Dark end of the street".
Viele Eigenkompositionen der Geschwister wurden erst durch andere Künstler berühmt, etwa Tom Russells "Walking on the moon". Allen Songs gemein ist die sparsame Gitarreninstrumentierung, die dennoch, vor allem bei Hugh Moffatt, von beeindruckender Spielkunst geprägt ist. In erster Linie aber begeistern die beiden das Publikum im Pfleghof durch ihre wunderschönen zweistimmigen Harmoniegesänge. Ein großartiger, romantischer Abend voller Emotionen.
Am Freitag, den 13. April 2007 konnten die Country & Western Friends Kötz in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Langenau musikalische Gäste aus Austin, Texas im Pfleghofsaal Langenau begrüßen. Die Singer-Songwriterin Kimmie Rhodes war gekommen, der Saal war ansprechend gefüllt, wenngleich nicht ganz voll geworden, aber das anwesende Publikum wusste die wertvolle und schöne Musik bis zum Schluss nach mehreren Zugaben zu schätzen. Stimmlich erinnert Kimmie Rhodes sehr an Emmylou Harris, vielleicht haben sie deshalb bereits gemeinsam Lieder geschrieben und aufgenommen. Kimmie selbst spielte akustische Gitarre, ihr Sohn Gabe Rhodes bediente ebenfalls die akustische Gitarre, zum Teil als Bottleneck Guitar eingesetzt, ein wenig setzte er den Flügel ein. Kimmie’s Ehemann Joe Gracey bediente dezent den elektrischen Bass.
Von Anfang an klar war, dass hier Wert auf Details gelegt wurde, filigrane Singer-Songwriter-Kunst fern ab vom Lärm der Zeit. Musik zum Zuhören, Entspannen und Auftanken. „West Texas Heaven", „Just One Love", gleich vertraute Klänge für die Fans, die ihre Musik schon kannten, bestens aufzunehmen im schönen Pfleghofsaal. „I Just Drove By" bezog sich auf das Haus in Lubbock, Texas, in welchem sie aufgewachsen ist. „Just Someone I Used To Know" hatte Cowboy Jack Clement für Porter Wagoner & Dolly parton geschrieben, sehr zart war es bei Kimmie Rhodes arrangiert. Der große texanische Singer-Songwriter Townes Van Zandt kam bei „Pancho And Lefty" zu Wort, ebenso gleich im Anschluss bei „If I Needed You", bei dem Gabe Rhodes die Duettstimme beisteuerte. Das stand der Hitversion von Emmylou Harris & Don Williams in nichts nach.
Die Bush-Regierung in Washington plant derzeit den Bau einer riesigen, langen Mauer zwischen Texas und Mexiko, dabei hatte Texas einst zu Mexiko gehört. In ihrem selbst verfassten Lied „Walls Fall Down" beklagt Kimmie Rhodes diesen Seperatismus angesichts der doch überall ähnlichen Gefühle, Sorgen und Ängste der Menschen. Wir brauchen mehr Liebe, keine Mauern, so ihre in jeder Hinsicht richtige Botschaft. „Maybe We’ll Just Disappear" hatte Kimmie mit ihrem Freund und Bewunderer Waylon Jennings aufgenommen, „Dreaming my Dreams With You" war gar aus seinem Hitrepertoire entlehnt. Der zweite Set war etwas rhythmischer und aufgeweckter als der Erste, in Townes Van Zandt’s „White Freight Liner Blues" hatte sich die musikalische Energie richtig entladen können. Im Rahmen der Zugaben sang Kimmie Rhodes „Love & Happiness For You" das sie gemeinsam mit Emmylou Harris geschrieben und aufgenommen hat. Beide haben sie Kinder und daher dieses Lied ihnen gewidmet.
Kimmie Rhodes hatte bewiesen, dass sie stimmlich auf einer Ebene mit Emmylou Harris anzusiedeln ist, ihre feine, klare Stimme überzeugte in vollstem Umfang. Weitgehend gefehlt hatten angesichts der spärlichen Instrumentierung die Honky Tonk und Western Swing Elemente, die ansonsten Teile ihrer Musik ausmachen. Dafür entschädigte Kimmie Rhodes mit ihren wunderbaren Liedern und nutzte auch die Gelegenheit, sie ein wenig zu erläutern. Über ihren Freund Willie Nelson, mit dem sie bereits mehrere Lieder gemeinsam aufgenommen hat, meinte sie: „Als Willie gefragt wurde, warum er sich mit über 70 noch immer nicht zur Ruhe gesetzt habe, habe Willie gemeint, er hätte sich schon lange zur Ruhe gesetzt, alles was er tue, sei Musik und Golf zu spielen." Hoffen wir, dass Kimmie, die noch ein paar Dekaden jünger ist, ihre Musik ebenso zur Lebensaufgabe gemacht hat, dann wird man sie sicherlich gerne wieder live sehen, 2008 erscheint ihre 12. CD. (Friedrich Hog